Die Besiedlung von Mohrkirch

 

Aus der frühesten Zeit von Mohrkirch fließen die Quellen über die Besiedlung nur sehr dünn. Urnenfunde und andere Bodenwunde beweißen, daß in den Urzeiten bereits kleinere Siedlungedn  -zum Teil nur zeitweise- bestanden. Es kann wohl angenommen werden, daß im 13. und 14. Jahrhundert zu Zeiten des Edelhofes Moerker einige leibeigene des Hofes an den Hoffeldern ihre Katen hatten.
In der Verkaufsurkunde von 1391 wird von den zwei wüsten Feldmarken Baustrup und Spenting gesprochen, die zum Hof gehörten. Es handelt sich hier um zwei Dörfer in der Nähe des Edelhofes, die in der Pestepedemie der Jahre 1349/50 ausgestorben sind.Erste konkrete Hinweise auf eine vorhandende Besiedlung liefern erst die Abgaberigister der Jahre 1542 bis 1544. Danach gehörten neben einigen Untertanen in Böel und Böelschuby, Ahneby und Birrestoft, Möllmark und Brarup auch sieben Untertanen in "Schrixstorp" zu Mohrkirchen. Schrixdorf war damals also eine zusammenhängende Siedlung, ein Dorf .
Unter "Morkerre" (Mohrkirch) sind ebenfalls sieben Untertanen aufgeführt. Nimmt man das heutige Gebiet unseres Ortes als Grundlage, dann ist die Besiedlung von Mohrkirch mit 14 Katenstellen sehr dünn gewesen.
Die beiden Orte Schrixdorf und Mohrkirch scheinen erst mit Gründung des herzoglichen Gutes Mohrkirchen (ab 1544) einen Siedlungsaufschwung erfahren zu haben. Im Jahre 1565 werden unter Schrixdorf bereits 13 Untertanen aufgeführt, in Mohrkirch sind es acht.
Das Dorf  Schrixdorf fehlt ab 1572 in den Amtsrechnungen -es scheint niedergelegt und den Hoffeldern des Gutes Mohrkirchen zugelegt worden sein.
Neben 14 Kätnern in Mohrkirch werden unter Fraulund drei Kätner und unter Köhnholz ein Kätner aufgeführt. Die Zahl der Mohrkircher Kätner steigt in den weiteren Amtsrechnungen stetig an . Sind es im Jahre 1585 noch 16 Kätner, so werden 1611 bereits 31 Kätner namentlich genannt.
Besonders im 17. Jahrhundert scheint in Mohrkirch eine verstärkte Besiedlung durchgeführt worden zu sein. Im Amtsverwalter Claus petersen auf Gut Mohrkirch wird berichtet, daß er während seiner Amtszeit (1616-1648) ein Erdbuch (Grundbuch) anlegen, Holz fällen, Land roden und urbar machen und viele neue Katen in Mohrkirchholz bilden ließ.
Sein Nachfolger, marquard Bornholz, setzte die Besiedlung von Mohrkirchholz fort. Die Amtsrechnung der Jahre 1688/89 verzeichnet unter Mohrkirch-Osterholz und Mohrkirch-Westerholz folglich auch je 24 Kätner.
Ende des 17. Jahrhunderts  wird übrigens erstmals zwischen Oser- und Westerholz unterschieden. Im 18. Jahrhundert wurde dann anscheinend keine weitere Besiedlun g durchgeführt.
Ein Blick auf die im Jahr 1777 vom Oberlandmesser Bruyn angelegeten Flurkarten von Mohrkirch-Osterholt und -Westerholz zeigt, daß der heutige Ortskern rund um den Bahnhof fast gar nicht besiedelt war
In Mohrkirch-Westerholz reichte die besiedelte Fläche etwa von der Grenze nach Rüde und Sörup (Höhe Hof Norwegen), Jordmoos, südlicher Bereich von Krämersteen, Bereich Hof Schweden und Kompagnie, Nordschau, Schrixdorfstraße bis zum heutigen Dreisprung.
Die Besiedlung von Mohrkirch-Osterholz begann etwa in Höhe des heutigen Bahnhofs, besiedelt waren auch die Bereiche Mohrkirchmühle im Westen, Mohrkirchkruk im Norden, sowie das Gebiet südlich der Mühlen- und Schulstraße bis an die Flaruper und Rügger Grenze. Die Besiedlung war aber durchgehend nur sehr schwach, insbesondere im heutigen Ortskern.
erst mit der Parzelierung des gutes Mohrkirchen wurde der Ort Mohrkirch erweitert. Auf den ehemaligen Hoffeldern entstanden zunächst 33 Parzellenstellen, die sich durch private Verkäufe in der Folgezeit noch erweiterten.
Es wurden damit die gebiete Krämersteen, baustrup, Hoskoppeln, Kälberhagen, Schmedeland, langdeel, Spenting, Böel-Möllmark, und Mohrkirchteichsowie dert Bereich Schrixdorf  (z.B. Appelberg, Engdamm, Kieperdiek) besiedelt.  
Auch im Ortskern entstanden neue Katen und Hofstellen, denn die Bewohner waren nach der Parzellierung ja "freie Leute" geworden und unabhängig vom Gutsherren.
Die vermehrte Anzahl der Hofstellen machte die Brandversicherungsfestsetzung von 1801 deutlich: in Mohrkirch wurden über 80 Hofstellen zur Brandversicherung veranlagt. Im 19. Jahrhundert hat sich durch neue Hofstellen und Gewerbebetriebe in Mohrkirch die Besiedlung weiter geschlossen, der 1881 eröffnete Bahnhof trug dazu bei, daß sich rund um den Bahnhof Geschäftsleute niederließen. Im Laufe der Zeit verdichtete sich die Besiedlung stetig.

Von 1949 bis 1987 wurden in Mohrkirch 105 neue Wohngebäude errichtet. Mit dem Gebiet Bachstraße bei der Grundschule entstand in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts ein neues Baugebiet. Im Jahre 1975 beschloß die Gemeinde im zuge des Dorferneuerungsprogrammes die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet südlich der Hauptstraße und nördlich der Babbestraße.

Die Einflüsse der Vergangenheit sind heute noch im Mohrkircher Ortskern erkannbar. Ein schwerpunktmäßiger Ortskern ist -verglichen mit anderen Orten- nicht vorhanden, denn die Menschen mußten sich vor vielen hundert jahren zunächst in den östlichen und westlichen Außenbereichen ansiedeln, da die Hoffelder des Gutes Mohrkirchen für eine Besiedlung nicht zur verfügung standen.
Hieraus erklärt sich auch die Bezeichnung der Ortsteile Osterholz und Westerholz. Nach und nach siedelten sich die Menschen auch in Mohrkirchholz , dem Ortskern,an. Allerdings wird erst die vollständige Bebauung des neubaugebietes entlang der Hauptstraße dazu führen, daß sich die Lücke zwischen Osterholz und Westerholz schließt.

Die Bildung der Parzellenhöfe in den Außenbereichen hat ein übriges dazu beigetragen, daß der Ort Mohrkirch eine weitläufige Streusiedlung ist.