Die Vor- und frühgeschichtlichen Funde in

 

Mohrkirch 

 

Vor- und frühgeschichtliche Zeugnisse unseres Ortes sind nur im begrenztem Umfange vorhanden. Allerdings zeigen zahlreiche Funde auf eine bereits sehr frühe Bwsiedlung des raumes Mohekirch hin. Aufgrund des beim Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig geführten Verzeichnisses der archäologischen Landesaufnahme sind uns zahlreiche solcher Fundstellen bekannt, die bestimmte Rückschlüsse zulassen. 
Wirft man einen Blick auf die Landkarte, in der die Fundstellen verzeichnet sind, so fallen einige Schwerpunkte auf: zahlreiche Fundstellen befinden sich in der Gegend um Spenting-Langdeel-Pattburg, Krämersteen, Hosskoppeln und Fraulund.

Fast 20 Grabhügel wurden im Gebiet Spenting-Langdeel-Pattburg verzeichnet. Dabei handelt es sich im wesentlichen um Grabhügel der jüngeren Steinzeit (2800-1600 vor Chr. Geb.) und der älteren Bronzezeit (1600-1200 vor Chr. Geb.). In der jüngeren Steinzeit wurden die Toten häufig in großen Steinkammern, den Megalithgräbern, niedergelegt. Diese Kammern waren in Rundhügeln oder in länglichen Hügeln, den sogenannten Langbetten, angelegt. In der älteren Bronzezeit wurden die Toten überwiegend in Baumsärgen bestattet und mit Feldsteinen, Erde und Soden überhügelt.

Nach dem neuesten Stand der archäologischen Landesaufnahme hat es in den Altgemeinden Mohrkirch-Osterholz und Mohrkirch-Westerholz insgesamt 76 Grabhügel der Stein- und Bronzezeit gegeben. 

 

Wärend der Bronzezeit setzte sich der Brauch durch, die Toten zu verbrennen und den Leichenbrand mit den Beigaben in einer Urne zu vergraben. Urnenfriedhöfe sind im

 

Gemeindegebiet mehrfach entdeckt worden. Die jüngsten Gräber stammen aus der Völkerwanderungszeit (5. Jahrhundert nach Chr. Geb.);sie sind in den jahren 1974-75 bei Südensee ausgegraben worden.

Der erste Urnenfriedhof wurde 1910 nordwestlich des Hofes Pattburg entdeckt. Johannes Flüh baute damals eine neue Scheune und legte dazu in seiner Koppel eine Sandgrube an. Beim abräumen des Mutterbodens wurden Urnenreste gefunden. weitere Urnenreste kamen kamen in den folgenden jahre zu tage. 1953 wurde in dem Acker eine Steinpflasterung gefunden, die auf einen möglichen Siedlungsplatz, der zeitlich mit dem Urnenfriedhof (3.-4. Jahrhundert nach Chr. Geb.) zusammenfällt, hindeutet.

Ein weiterer Urnenfriedhof wurde 1929 auf der Koppel Langdeel freigelegt, auch hier wurden Steinsetzungen und verschiedene Urnenreste gefunden. Dieser Urnenfriedhof stammt aus der älteren Eisenzeit. Außerdem finden sich im Bereich Langdeel-Spenting mehrere steinzeitliche Gräber und eisenzeitliche Hochackerbeete, die auf eine langwährende Besiedlung hindeuten.
Hier könnte das Dorf "Spenting" gelegen haben, das der Erzählung zufolge in der Pest 1349/50 ausgestorben sein soll.
Im Bereich Hosskoppeln häufen sich ebenfalls vor- und frühgeschichtliche Fundplätze. es wurden nicht nur mehrere Grabhügel und Megalithgräber festgestellt, sondern auch eine Brandgrube.
Im Bereich Fraulund wurde neben Megalithgräbern und Grabhügeln auch zwei Siedlungen entdeckt. Eine weitere Siedlung lag bei Mohrkirchmühle. In einem kleinen Moor bei Plattenhörn-Neuheim kamen ein Schädelstück vom Ren mit Geweih und eine Geweihstange vom Elch zu Tage. Verzeichnet ist betwa 50 Meter lnge Ziegelmauerei Mohrkirchen  

Ein sogenanntes Megalithgrab

auch eine aus Klostersteinen unter der Ackeroberfläche. Die in ost- und westlicher Richtung verlaufende Mauer diente möglicherweise früher einem Staudamm. Verzeichnet sind auch Funde von Ziegelschutt und mittelalterlichen Keramikresten bei Mohrkirchen, die auf das ehemalige Kloster hindeuten. Aufgenommen wurde auch der vermutliche ehemalige Kanal bei Hosskoppeln, der die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee überwand und so im Mittelalter die Besorgung der Wassermühle mit Wasser aus Mohrkirchteich ermöglichte. 

Der Überlieferung nach haben die Mönche des Klosters Mohrkirchen diesen Kanal erbaut.Heute ist der Kanal zugeschüttet, aber dennoch in der Landschaft erkennbar.
Bei Schrixdorf wurde eine Siedlung gefunden, möglicherweise ein Hinweis auf das im 16. Jahrhundert niedergelegte Dorf Schrixdorf, außerdem sind dort größere Hochackerbeete verzeichnet.
Wie oben bereits erwähnt, liegt ein weiterer Schwerpunkt der vor- und frühgeschichtlichen Funde im Gebiet von Krämersteen. Fast 20 Grabhügel und Megalithgräber wurden hier entdeckt. Außerdem bei Kälberhagen wallartige Erhöhungen, für die eine Erklärung feht.
Bei Kompagnie fanden sich Siedlungsreste, bei Baustrup ein Urnenfeld. Vielleicht deuten diese zahlreichen Funde auf das einstige Dorf baustrup hin, das der Sage nach durch die Pest 1349/50 ausgestorben sein soll. 
Neben den aufgeführten Funden wurden in Mohrkirch im Laufe der Zeit viele weitere vereinzelte Grabhügel entdeckt, daneben natürlich auch unzählige Steinbeile, Meißel, Feuersteindolche, Steinäxte oder anderes Steinwerkzeug.

Wenngleich eine lückenlose wissenschaftliche Auswertung dieser Funde noch aussteht, lassen sich doch den Schluß zu, das Mohrkirch bereits in der Stein- und Bronzezeit an verschiedenen Stellen besiedelt war.