Die Schule in Mohrkirchholz

 

 

Wann in Mohrkirch die erste Schule errichtet wurde, kann nicht angegeben werden,da darüber keine Quellen vorhanden sind.
Eine erste Notiz liegt vor aus dem Jahre 1688/89. Dort heißt es:"Deputat und Gnadengelder: Ihre Hoheit meine Gnädigste Princess haben die von Hans Voss vorhin bewohnende Kate in Osterholz zu einer Schule gnädigst gewidmet und dhahero dem Schulmeister die jährliche Pflicht erlassen 6Rth-30 (Herzog Chr. Albrechts Gemahlin Amalie, eine dänische Prinzessin 1659-1694)
Aus den Jahren 1766-1768 berichtet Asmus Vogel in seinen Aufzeichnungen: 01.07.1766, der Schulmeister erhält das Recht 2 Kühe auf dem Mohrkircher Hoffeldern zu grasen zur besseren Durchhaltung.
07.02.1767, dem Schulmeister zu Mohrkirchholz Claus Lassen ist dem Visitatorium der Schuldienst geküngigt worden. Seine Beschwerde wurde abgewiesen. Er wurde aufgewordert, das Schulhaus zu verlassen.
Bei der Parzellierung des Gutes Mohrkirchen 1778 wurde land für die bereits bestehende Schulstelle mit ausgelegt, und von der zeit an liegen genauere Angaben vor.
In einem Protokolltext aus dem Jahre 1798 der Kirchenvisitationen Adlers an den König heiß es :" Das Schulhaus ist einem Schweinestall ähnlich und dabei äußerst schlecht; bei der gegenwärtigen Gärung der gemüter in der Gemeinde und bei der Aufregung bei den Pazellisten ist es wohl am ratsamsten, die Sache auf weiteres ruhen zu lassen".Dem Protokoll zuvor

 kam eine Beschwerde des Lehrers Thomsen über die ungenügende innere Einrichtung der Schulstube:" Die Kinder sitzen auf losen Bänken vor den Tischen. der Lehrer kann nicht zu allen Kindern hinkommen. Im Winter muß ich meine Wohnstube zur Hilfe nehmen.

Sonst müßen eine Reihe Kinder zu Hause bleiben. Dabei ist das Unterrichten recht ungesund. Die Tropfen sitzen an den Wänden und fallen von der Decke, weil sie viel zu niedrig ist. Über das Schulhaus ist zu sagen, daß es kaum noch bewohnbar ist. Es ist nicht nur alt, sondern es ist in demselben doch gar zu wenig Gelegenheit. Es ist darin nur eine kleine Stube , eine Küche  und ein kleiner Pesel.fast im ganzen Haus ist fast kein Platz für das Klavier, wo es im Pesel außerdem recht feucht ist. So sind Schulstube und Schulhaus äußerst schlecht.

Leider ist nicht bekannt, wieviele Kinder in dieser Enge unterrichtet wurden, sie entstammen aber 56 Familien. Die Gärung der gemüter, von der in dem Protokoll die rede ist, bezieht sich auf einen Streit um einen Anbau oder einem Neubau des Schulhauses. Besonders die 30 Familien, die durch die Parzellierung der schule zugeordnet wurden, drängten auf eine Veränderung. Unterstützt wurden sie von Pastor Bendixen.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, entzogen sich einige Bauern Der Schulpflicht ihrer Kinder nachzukommen, andere schickten ihre Kinder in die benachbarten Schulen nach Ahneby, Thumby und Böel, oder weigerten sich, Schulgeld zu bezahlen. Soweit bekannt, bekam aber nur der bauer Nicolaus Andersen in Köhnholz die offizielle Erlaubnis, sein Kind wegen des langen Schulweges nach Thumby zu schicken, die Hälfte des Schulgeldes aber an die Schule in Mohrkirch zu entrichten. 
1798 wurden die Schulvorsteher aufgefordert, einen Kostenanschlag für einen Neubau einzureichen. Er wies eine Summe von 900 Rth plus Hand- und Spanndienste aus, wurde aber abgelehnt mit der Begründung, die Lasten seien nicht aufzubringen.  
Im Jahre 1800 wurde dann endlich dem alten Gebäude gegenüber (Ecke Hauptsraße-Semmelstraße) ein neues Schulhaus errichtet,das sich aber nach 20 Jahren schon als zu klein erwies. Das alte gebäude wurde weiter als Lehrerwohnung genutzt und ein zweiklassiges Schulhaus dazu gebaut.
1815 stiftete der Justizrat Petersen aus Rendsburg , ein gebürtiger Mohrkircher, den Armen ein Legat von 1500 Rth. und der Schule ein solches von 2000 Rth.Das war sicher eine große Hilfe für Lehrer wie Schulgemeinde. 
Am 17.09.1822 wurde gegen den Lehrer Jacob Bendix Mansfeld in Schleswig Klage erhoben wegen vernachlässigung der Schule. Er sei fast täglich betrunken, schicke die Kinder jeden Tag zum Brandweinholen und fehlte oft tagelang.
Die politische Entwicklung Mitteleuropas in der Mitte des 19. Jahrhunderts wirkten sich auch auf das Schulwesen in Mohrkirchholz aus.
Bis zum Jahre 1850 war Johannes Höck Lehrer in Mohrkirchholz. In der Schulchronik wie auch in Asmus Vogels Aufzeichnungen wird er als besonders tüchtiger und patriotischer Lehrer dargestellt. Auf betreiben der dänischen Regierung mußte er wegen seiner deutschen
Gesinnung den Schuldienst aufgeben  und nach Helgoland ziehen.
Sein Sohn übernahm für ein Jahr die Stelle.Dann wurde der Däne Christian Petersen Lehrer in Mohrkirchholz. Seine Aufgabe war es, die Dänische Sprache als Hauptsprache einzuführen. Damit erregte er den Unwillen größerer Bevölkerungsteile. Frau Anna Christophersen, Kälberhagen,erinnerte sich, daß ihr Vater für sie und ihre Geschwister einen deutschen Hauslehrer angenommen hatte.Auch andere Familien, die finaziell dazu in der Lage waren, entzogen sich auf diese Weise dem Sprachzwang. 
Nach dem Sieg der Preußen über die Dänen 1864 wurde Christian Petersen nach Dänemark versetzt und Friedrich Marth übernahm die Schulstelle. Die Schülerzahl wuchs so an, daß eine 3. Klasse erforderlich wurde. Da die Schulwege sehr lang waren -das Einzugsgebiet reichte von Köhnholz bis Langdeel- beschloß die gemeindevertretung, den

Schuldistrikt zu teilen in Mohrkirch-Westerholz und Mohrkirch-Osterholz. Das baufällige Schulgebäude wurde verkauft und abgebrochen, die Lehrerwohnung und die 15 Heitscheffel Land erwarb der Kätner Marquarden für 3060 Taler, die Lehrerwohnung wurde später durch ein Feuer vernichtet.